Informieren

Wir brauchen ein neues Müll-Bewusstsein.

Mach auch Du Dich dafür stark, dass künftig mehr Müll im Eimer landet. Nur wenn der Müll im Abfalleimer landet, kann er von unserer Stadtreinigung umweltfreundlich entsorgt werden. Unser großes Ziel: All in – der ganze Müll muss in den Abfalleimer, dann gewinnen wir die Zukunft. Wie groß das Problem für Bremen ist, erfährst Du hier.

Stadtreinigung
ein Kampf gegen Windmühlen.

Ohne Stadtreinigung wäre Bremen innerhalb weniger Tage komplett vermüllt. Der Aufwand für die Entsorgung ist enorm. 3.600 Abfalleimer müssen regelmäßig geleert, Fußwege, Straßen und Plätze gefegt sowie mehrere Hektar Grünfläche gereinigt werden. Allein aus der Bremer Innenstadt werden täglich 20 Kubikmeter Müll herausgeholt. Zur Bewältigung dieser Aufgabe ist die Bremer Stadtreinigung selbstverständlich bestens ausgerüstet. Doch es gibt einen Kampf, der aussichtlos ist: der Kampf gegen achtlos weggeworfenen Müll.

Das einfache Wegwerfen von Müll in die Umgebung ist eine Erscheinung moderner, individualisierter Gesellschaften. Es spiegelt unsere Haltung und unseren Bezug zu öffentlichen Räumen wider und drückt unseren Umgang mit diesem Allgemeingut aus. Obwohl der nächste Abfalleimer in der Regel nur 50 m entfernt ist, führen Bequemlichkeit, Gleichgültigkeit, Gewohnheit und Unachtsamkeit zu einer zunehmenden Vermüllung. Dies ist eine Aufgabe, die wir nur gemeinsam lösen können. Nicht die Stadtreinigung allein.

ES GEHT UM DIE FRAGE, WIE WIR IN ZUKUNFT LEBEN WOLLEN.

#allinfuerbremen: Dein grüner Fußabdruck beginnt mit dem Schritt zum Abfalleimer!

Zigarettenkippen
ein gewaltiges Ausmass.

Der zahlenmäßig größte Verschmutzer unserer Straßen ist die Zigarette. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden 2/3 aller Zigaretten achtlos auf den Boden geworfen. Über das Giftpotenzial von Zigarettenkippen für die Umwelt machen sich aber die wenigsten Raucher Gedanken. Nach dem Abrauchen sammeln sich in den Zigarettenfiltern jede Menge Giftstoffe wie beispielsweise Nikotin, Arsen, Blei, Chrom, Kupfer und Schwermetalle wie Cadmium. Durch Regenwasser gelangen diese giftigen Substanzen in Erde und Gewässer, schaden der Umwelt und vergiften Tiere. Studien zeigen, dass bereits eine Zigarette rund 40 Liter Grundwasser verunreinigt.

Herkömmliche Filter bestehen aus dem Kunststoff Celluloseacetat und werden mittels chemischer Prozesse extrem robust. Es dauert deshalb etwa 10-15 Jahre, bis ein Filter auf natürliche Art und Weise verrottet ist.

Bei der Menge an Kippen, die jährlich einfach weggeschmissen werden, bedeutet das eine enorme Belastung für die Umwelt. In Städten wie Bremen haben die Stummel einen Anteil von 30 bis 40 Prozent im Streumüll.

Manche Raucherinnen und Raucher gehen davon aus, dass Zigarettenfilter natürlich zersetzt werden. Zwar gibt es tatsächlich biologisch abbaubare Filter. Diese werden von den Herstellern jedoch weitgehend ignoriert und lösen sowieso nur einen Teil des Problems. Denn auch sie enthalten die durch das Rauchen angereicherten Giftstoffe, wegen denen die WHO Zigarettenkippen zum Sondermüll erklärt hat. Deshalb gehört jede, aber auch wirklich jede Kippe in den Abfalleimer.

Hier ist Aufklärung notwendig.

#allinfuerbremen: Alle sollen es wissen! Zigarettenkippen verunreinigen das Grundwasser. Informiere Familie, Freunde und Bekannte.

To-Go-Becher
ein gefährlicher Trend.

Ob duftender Kaffee oder frisch gepresster Orangensaft – in Bremen werden Getränke besonders gern unterwegs konsumiert. Während im Bundesdurchschnitt jedes Jahr ca. 34 Einwegbecher pro Kopf verbraucht werden, sind es in Bremen schätzungsweise 41. Insgesamt nutzen die Bremer*innen somit ca. 23 Millionen Einwegbecher im Jahr, die im besten Fall im nächsten Abfalleimer landen, im schlimmsten Fall auf der Straße. Zu 40 Prozent sind diese Einwegbecher aus Plastik und fallen somit in die Kategorie Plastikmüll. Die restlichen 60 Prozent sind Papierbecher. Prima, könnte man also im ersten Moment denken und annehmen, die Becher seien einfach Altpapier. Doch der Schein trügt gewaltig.

Damit sich niemand am heißen Getränk die Finger verbrennt, haben Papierbecher zur Isolation eine Beschichtung aus Kunststoff. Der Pappbecher besteht damit zu 7 Prozent aus Kunststoffen.

Es gibt sie in zwei Varianten: einwandig beschichtet mit einer Manschette zur Verbesserung der Isolation und doppelwandig beschichtet. Beide können wegen der Kunststoffbeschichtung nur zum Teil recycelt werden. Die Entsorgung ist aufwändig.

Dabei wäre eine hohe Recycling-Quote dringend nötig. Allein für die Papierbecher in Bremen werden jedes Jahr 43.000 Bäume gefällt, 110.000 Tonnen CO2-Emissionen in die Luft geblasen und Unmengen an Wasser gebraucht. Hinzu kommt meist noch der Plastikdeckel, manchmal ein Umrührer und für Sammelbestellungen ein Becherhalter. Achtlos weggeworfene Pappbecher bereiten der Umwelt durch ihre Kunststoffbeschichtung dieselben Probleme wie Plastikmüll.

Einwegbecher für Heißgetränke sind kaum zu recyceln.

#allinfuerbremen: Weniger Müll ist möglich, wenn wir uns aktiv dafür einsetzen und unseren eigenen Konsum hinterfragen.

Plastik
ein Problemstoff mit weitreichenden Folgen.

Die Flut an Verpackungsabfällen aus Kunststoff steigt seit Jahren rapide an. Jährlich fallen in Bremen knapp 234.000 Tonnen Haushaltsabfälle an – und davon über 20.000 Tonnen Verpackungsabfälle, die überwiegend aus Plastik bestehen. Eine Zahl die stetig gestiegen ist, denn in 1994 waren es „nur“ 6.000 Tonnen. Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft mit überflüssigen und übermäßigen Verpackungen. Selbst wenn wir es schaffen würden, 100 Prozent zu verwerten oder zu recyceln, wäre diese Verschwendung von Ressourcen für die Umwelt eine Katastrophe. Die Realität ist allerdings noch schlimmer: Achtlos weggeworfene Abfälle aus Kunststoff bleiben für immer in der Umwelt. Die Bremer Stadtreinigung kann zwar vieles wieder einsammeln. Aber gegen Wind und fließende Gewässer ist sie machtlos. Zu weit werden die leichten Kunststoffverpackungen in der Umgebung verteilt.

Das Umwelt Bundesamt geht davon aus, dass Mikroorganismen nicht in der Lage sind, Kunststoffe vollständig zu zersetzen. Noch in Hunderten von Jahren wird jedes einzelne Stück Plastik, das jemals hergestellt und nicht verbrannt wurde, irgendwo auf der Erde existieren. Auch wenn mit den Jahren Plastik zu Mikroplastik wird – vollständig abgebaut wird es nie. Wenn Du also zum Beispiel die Hülle eines Schokoriegels am Weserufer entdeckst, hebe sie besser auf. Denn ansonsten wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit in einer der Plastikansammlungen in unseren Meeren landen.

Tatsächlich stammt der Plastikmüll im Meer zu 80 Prozent vom Land. Flüsse, Wind, Abwasserrohre, Hochwasser und Sturmfluten befördern jedes Jahr 13 Mio. Tonnen Plastikabfälle ins Meer.

Plastik bleibt für immer.

#allinfuerbremen: Trage lieber das Plastik weg, als dass die Weser es ins Meer trägt.

Kaugummis
ein tückischer Genuss.

Eins vorweg: keiner will Dir Deine geliebten Kaugummis wegnehmen. Natürlich ist das Kaugummi aber bei der Stadtreinigung Bremen nicht gerade beliebt. Das liegt nicht an den vielen guten Eigenschaften wie Stressabbau, Zahnpflege oder Unterstützung beim Abnehmen. Es liegt an der Kaumasse, denn die ist in den allermeisten Fällen aus Plastik.

Handelsüblicher Kaugummi ist nicht biologisch abbaubar. Tatsächlich besteht die Grundsubstanz des Kaugummis, die sogenannte „Gum Base“, zu einem Großteil aus Kunststoff. Für Geschmack, Farbe und Konsistenz sorgen künstliche Aromen, Farbstoffe und Weichmacher. Durch den enthaltenen Kunststoff beginnen Kaugummis erst nach etwa fünf Jahren, sich langsam zu zersetzen.

Im Schnitt kauft jeder Deutsche 100 Streifen Kaugummi pro Jahr, die zum Leid der Umwelt dann meistens beiläufig ausgespuckt werden. So kommen auf einem Quadratmeter Straße schnell 80 Kaugummis zusammen, die nicht nur das Stadtbild stören, sondern können auch dazu führen, dass Tiere daran sterben. Besonders betroffen sind Vögel, deren Magen-Darm-Trakt durch Kaugummi verklebt und tödlich verstopft.

Teile die interessantesten Fakten über Kaugummi hier.

Ein Kaugummi ist eigentlich Kauplastik.

#allinfuerbremen: Den Kaugummi nach dem Genuss ins Papier wickeln – und ab damit in den Müll!

Hundehaufen
ein ernstzunehmender Krankheitserreger.

Keine Angst, es wird nicht ekeliger als unbedingt nötig. Aber in Bremen lauern zu viele Tretminen, als dass wir das Thema hier stillschweigend übergehen können. Bleiben wir also ganz sachlich: Durch Bremen tapsen ca. 16.000 Hunde, die zweimal am Tag in aller Öffentlichkeit ihr Geschäft erledigen müssen. Das macht rund 32.000 Hundehaufen am Tag. Für deren Entsorgung stehen in Bremen 3.600 Abfalleimer bereit. Doch wir wissen alle, dass der beste Freund des Menschen seine Notdurft leider nicht allein entsorgen kann und deshalb „Frauchen“ oder „Herrchen“ das erledigen müssen. Das klappt bekanntlich nur so mittelmäßig. Dabei sollte es selbst beim Spaziergang im Grünen eine Selbstverständlichkeit sein. Denn Hundehaufen sind für Mensch und Tier eine ernstzunehmende Gefahr. Nur scheint das irgendwie niemand zu wissen. Mit Ausnahme der Landwirte.

Warum Hundekot gefährlich ist? Nicht selten werden Hundehaufen in der Annahme liegen gelassen, es sei prima Dünger für die Pflanzen. Diese Annahme ist falsch. Guter Dünger stammt von Pflanzenfressern. Eine ausgewogene Ernährung für Hunde hingegen besteht aus Fleisch und Gemüse.

Deshalb befinden sich in den Exkrementen nicht selten Parasiten und Würmer. Für Kinder und abwehrgeschwächte Erwachsene kann das gefährlich sein. Zum Beispiel wenn durch Schuhsohlen winzige Eier von Parasiten bis weit in die Wohnung hinein verbreitet werden oder Kinder in kontaminiertem Sand buddeln.

Betroffen sind auch Landwirte: Ein kleiner Hundehaufen auf der Weide kann für die dort lebenden Tiere weitreichende Folgen haben. Nach Angaben des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist der Hund der einzig bekannte Endwirt für Neospora caninum. Das bedeutet, er kann den Erreger in sich haben, ohne selbst daran zu erkranken. Ganz anders verfährt Neospora Caninum mit seinen Zwischenwirten wie Rindern, Schafen, Ziegen, Pferden und Füchsen. Eine Infektion kann für sie allerhand negative Folgen haben: Fehlgeburten, Missbildungen oder die Geburt lebensschwacher Kälber.

Entdecke praktische und nachhaltige Ideen rund um dem Hundekotbeutel

KEINE KLEINIGKEIT

#allinfuerbremen: Kümmert euch drum, bevor es Alt und Jung auf die Gesundheit schlägt.

Wilder Müll
ein Verbrechen an der Umwelt.

Leider gibt es auf unserem Planeten für so ziemlich alles eine Steigerungsform. In Bezug auf achtlos weggeworfenen Müll heißt die Steigerung „Wilder Müll“. Oft beginnt es ganz klein. Zum Beispiel wenn jemand zu faul ist, seinen defekten CD-Spieler zu einer Entsorgungsstelle zu bringen. In den Hausmüll darf er nicht, das verbietet das Elektro- und Elektronikgerätegesetz. Was also tun? Da kommt dem Musikliebhaber die rettende Idee. Da ein Bastler vielleicht noch lange Jahre Freude an dem Gerät haben könnte, möchte er auch die Gelegenheit dazu geben. Er geht runter auf die Straße, geht ein paar Meter von seiner Haustür weg, schaut, ob keiner guckt und lehnt den CD-Player an einen Baum. Da steht er dann eine ganze Weile. Kinder wollen damit spielen, Jugendliche machen Stabilitätstests und Hunde urinieren dagegen. Ein anderer Anwohner sieht den CD-Spieler auf dem Nachhauseweg und findet das total praktisch, hier jetzt eine Sammelstelle für Sperrmüll vorzufinden. Er stellt seinen alten Laserdrucker gleich daneben, legt noch eine Tischplatte darauf und bringt damit die Dinge so richtig ins Rollen.

Müll zieht Müll magnetisch an. Die Entstehung wilder Mülldeponien folgt einem einfachen Prinzip. Wo schon Müll liegt, wird noch mehr Müll abgeladen. So entstehen in kurzer Zeit stattliche Ansammlungen von wirklich gemeingefährlichen Objekten. Wir reden hier über Benzinkanister, Ölbehälter, Bauschutt, Farbeimer, Kühlschränke, Spülmaschinen und andere Haushaltsgeräte.

Abgesehen von der Umweltverschmutzung kann eine unmittelbare Gefahr für Mensch und Tier entstehen, denn wilder Müll enthält oft ein sehr hohes Gefahrenpotenzial. Chemikalien dringen in den Boden und das Grundwasser. Oft weiß niemand, wie gefährlich die einzelnen Bestandteile der wilden Müllkippe sind. Elektroschrott enthält Blei, Quecksilber und andere gefährliche Stoffe. Allein diese Schwermetalle sind für Tiere und Menschen hochgiftig. Große Teile des Quecksilbers werden zum Beispiel über die Kanalisation in Bäche und Flüsse gespült und gelangen so ins Meer. Dort wird es von den Fischen über die Nahrung und Atmungsorgane aufgenommen und reichert sich in ihnen an.

Ganz gleich, ob in der Natur oder in der Stadt: Wilden Müll solltest Du schleunigst melden. Du erreichst uns unter 0421 361-3611.

Auch bei Events unter freiem Himmel, wie z.B. bei Grill-Partys und Picknicks im Park oder an der Weser, muss kein wilder Müll entstehen. Es ist kein großer Aufwand, eine Mülltüte mitzunehmen, um dort den anfallenden Abfall zu sammeln und hinterher im nächsten Abfalleimer zu entsorgen.

 Finde für jeden Müll die richtige Entsorgung.

Wilde Deponien sofort melden.

#allinfuerbremen: Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wäre nur Deine, wenn sie so bleibt.